UKW FREQUENZEN
17.07.17: 8jähriger Bub in Reith bei Seefeld von Auto überrollt; Ermittlungen nach tödlichem Lawinenunglück in Obergurgl eingestellt & massive Kritik an überbordender Bürokratie bei den Nationalratswahlen im Oktober

In Reith bei Seefeld und in Fügen wurden gestern insgesamt drei Kinder bei Autounfällen verletzt:

In Reith bei Seefeld konnte gestern Abend ein 8jähriger Schüler mit seinem Scooter nicht mehr rechtzeitig bremsen, als eine 59jährige deutsche PWK-Lenkerin in eine Hauszufahrt eingebogen ist. Sie hat den Buben nicht bemerkt. Der 8jährige stürzte und ist zwischen die rechten Reifen des Autos geraten. Beide Beine des Buben wurden vom Hinterreifen überrollt. Der Bursch wurde unbestimmten Grades verletzt in das LKH Hall gebracht.

Und in Fügen im Zillertal ist vermutlich wegen Sekundenschlafs ein 35jähriger Österreicher von der Zillertalstraße abgekommen, auf den Bahndamm geraten und rund 40 Meter über eine Böschung abgestürzt. Alle sechs Insassen – die 34jährige Frau des Lenkers, dessen 78jähriger Vater und die 76jährige Mutter sowie die beiden vier- und einjährigen Töchter – konnten sich unbestimmen Grades verletzt aus dem Auto befreien. Die 76jährige Frau wurde zur weiteren Abklärung in das BKH Schwaz gebracht.

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Gleich zwei Minister sind heute auf Tirolbesuch. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil von der SPÖ wird unter anderem am Abend in Absam das Kommando der 6. Jägerbrigade an Wolfgang Weichselberger übergeben. Und Innenminister Wolfgang Sobotka ist auf Lokalaugenschein am Brenner. Unbestätigten Informationen zufolge will er die Schleierfahndung im Grenzgebiet intensivieren und dafür auch mehr Beamte einsetzen. Dass der Brenner dicht gemacht wird gilt hingegen als äußerst unwahrscheinlich.

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Riesiges Glück hatte gestern Nachmittag eine einheimische Familie beim Wandern auf dem Wanderweg in Ginzling im Zillertal. Zwischen dem Steinbockhaus und der Tristenbachalm lösten sich oberhalb mehrere Felsen und Gestein und stürzten auf den Wanderweg. Die Familie wurde dabei nur ganz knapp verfehlt und ist unverletzt geblieben. Der betroffene Bereich ist den Landesgeologen nicht unbekannt und wurde schon mehrmals geologisch untersucht. Außerdem wird bereits an einem Schutzwall gebaut. Die Behörden haben jetzt eine neuerliche Untersuchung durch einen Landesgeologen veranlasst.

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Nach einem Lawinenunglück Ende November in Obergurgl, das für zwei Tourengeher tödlich endete, sind jetzt die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft eingestellt worden. Auf 3.000 Metern Seehöhe wurden im Verwalltal vier Mitglieder einer zehnköpfigen Gruppe mitgerissen, ein Niederländer und ein Brite haben das nicht überlebt. Einer der beiden Snowboardführer wurde ebenfalls verschüttet, hat aber überlebt. Laut den Alpinsachverständigen sei der Lawinenabgang in dem 20 Grad steilen Gelände damals nicht vorhersehbar und deshalb auch nicht vermeidbar gewesen. Deshalb wurden die Ermittlungen gegen die beiden Snowboardführer jetzt eingestellt.

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Die Ermittlungen erst aufgenommen hat die Staatsanwaltschaft jetzt hingegen nach dem tödlichen Absturz eines ukrainischen Kletterers am Samstagnachmittag am Pockkogel in Kühtai. Ein gerichtlicher Sachverständiger soll nun klären, warum der in Prag ausgeliehene Klettergurt gerissen ist. Wie berichtet ist dem 33jährigen bei einem eigentlich ungefährlichen Sturz über etwa eineinhalb Meter die Anseilschlaufe des Klettergurtes gerissen und der Ukrainer stürzte rund 150 Meter weit in den Tod.

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Knapp unterhalb des Gipfels der Malgrubenspitze in Fulpmes im Stubaital ist gestern Vormittag einem 59jährigen österreichischen Wanderer bei einer kurzen Kletterpassage ein Griff ausgebrochen, woraufhin der Mann einige Meter in eine steile Rinne abgestürzt ist. Trotz immer wieder einfallenden Nebels konnte der 59jährige von der Bergrettung zu Fuß geborgen werden und anschließend mit schweren Verletzungen an der linken Schulter und am rechten Knöchel in die Klinik Innsbruck geflogen werden.

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Tödlich endete bereits am Samstagmittag ein Absturz eines 52jährigen deutschen Wanderers am Habicht in den Stubaier Alpen. Das Mitglied einer deutschen Alpenvereinsgruppe stürzte beim Abstieg vom Gipfel rund 70 Meter über steiles, felsiges Gelände ab und blieb schwerst verletzt liegen. Da eine Hubschrauberbergung wegen des Wetters nicht möglich war, sind Bergretter und Alpinpolizisten zu Fuß aufgestiegen. Unter schwierigsten Bedingungen wurde der 52jährige zu Fuß ins Tal gebracht. Auf dem Weg hat er den Kampf ums Überleben verloren.

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Im Zillertal ist gestern in der Früh ein 20jähriger Einheimischer beim Angeln vermutlich auf den nassen Steinen am Ufer ausgerutscht und in den eisig kalten Schlegeis-Speichersee gestürzt. Ein Angelkamerad konnte den 20jährigen aus dem See ziehen und die Rettungskräfte verständigen. Der junge Zillertaler wurde am Fuß verletzt und war stark unterkühlt. Er wurde mittels Tau geborgen und in das BKH nach Schwaz geflogen.

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Der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner kritisiert heute – wohl stellvertretend für viele Bürgermeister im Land – die überbordende Bürokratie bei den bevorstehenden Nationalratswahlen am 15. Oktober und der tirolweiten Olympia-Volksbefragung am selben Tag. Alleine in Schwaz sind dafür 250 ehrenamtliche Wahlhelfer vonnöten, denn:

„Es müssen zwei unabhängige Wahlkommissionen gebildet werden und das ist eigentlich etwas, was wir als sehr überzogen betrachten. Da verstehen wir einfach auch nicht, dass man kein Gefühl hat für Verhältnisse und stattdessen viel zu wenig Vertrauen. Und wenn es so formalistisch wird, wird die Bürokratie eigentlich schon nicht eine Unterstützerin sondern eine Gefahr für die Demokratie.“

Nach den Wahlmalversationen bei der Bundespräsidentenwahl letztes Jahr wird es zudem zunehmend schwieriger, freiwillige Wahlhelfer zu finden, so Lintner.

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Im Bereich der Bergstation der Vogelhornbahn in Tannheim ist gestern Nachmittag ein 68jähriger deutscher Paragleitpilot von einer Windböe erfasst und gegen eine Baumgruppe gedrückt worden. Mit den Leinen des Fluggerätes ist der Paragleiter schließlich in einem Baumwipfel hängen geblieben und wurde um den Baum gewickelt. Der Deutsche wurde zwar nicht verletzt, musste aber die Bergung durch die Bergrettung abwarten.

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Nachdem Ende der vergangenen Woche die Betreiber des ARANEA Mädchenzentrums in Innsbruck angekündigt haben, das Zentrum wegen fehlender finanzieller Unterstützung zu schließen, laufen nun Gespräche mit dem Land. Monatelang sei bereits verhandelt worden, hieß es wie berichtet vom ARANEA Mädchenzentrum in Innsbruck – ein Schon-, Schjutz- und Freiraum für Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren. Seit zehn Jahren gibt es diese Einrichtung in Innsbruck bereits. Ohne weitere finanzielle Unterstützung seitens der Stadt und des Landes könne das Zentrum nicht fortgeführt werden, heißt es. Es fehlen alleine mehr als 20.000 Euro an Basisfinanzierung. Jetzt wurden die Gespräche mit der Stadt und dem Land wieder intensiviert. Beide zeigen sich darum bemüht, das ARANEA-Mädchenzentrum zu erhalten. Inwieweit die bereits bestehenden Zuschüsse aus zwei verschiedenen Abteilungen des Landes und zudem der Stadt Innsbruck erhöht werden können, wird Thema weiterer Gespräche sein.

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Laut einer aktuellen Studie im Auftrag der ASFINAG meint wie berichtet jeder zweite Tiroler, besser Auto fahren zu können als jeder andere. Eine Fehlein-schätzung beim Fahren führt dann oft zu Unfällen.

„Das gilt natürlich insbesondere für Vielfahrer oder Pendler, die ihre Strecke quasi in- und auswendig kennen. Das Autofahren wird dann meist zur Routine und dann ist man meistens auch etwas unaufmerksam. Deswegen unser Appell: selbst bei größter Routine immer das Risiko beim Autofahren im Auge behalten und Autofahren ist keine Nebentätigkeit, sondern da geht es um Verkehrssicherheit, da geht es um sicher ankommen“,

sagt ASFINAG-Sprecher Alexander Holzedl.

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Und apropos Verkehrssicherheit: ganz besonders pressiert muss es gestern Nachmittag einem ungarischen Autofahrer auf der Drautalstraße in Sillian haben. Bei erlaubten 50 km/h hat er ein Auto mit 120 km/h überholt. Blöd für ihn war, dass das die Polizei mitgekommen hat. Der Ungar musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen und wird angezeigt.



(für Radio U1 Tirol, Peter Marksteiner)

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