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10.08.17: Landesgeologie Tirol ortet keine Zunahme geologischer Ereignisse durch Unwetter; Bruder steht heute wegen Auftragsmord an seinem Bruder vor Gericht & Frau übersieht im Zillertal Stoppschild – zwei Verletzte

Die Unwetter im heurigen Sommer, zuletzt in der Nacht auf gestern, haben im ganzen Land zu zahlreichen Behinderungen auch durch Murenabgänge geführt. Für die Tiroler Landesgeologen ist das aber nichts Ungewöhnliches. Auch im Jahresvergleich.

„In den letzten Jahren ist es eigentlich, von dem was wir Landesgeologen empfinden, nicht so, dass die Ereignisse massiv zugenommen haben. Vielleicht, wenn man jetzt die Feuerwehr fragt, sagt die etwas anderes, aber es sind natürlich auch viele Ereignisse, die wir Landesgeologen gar nicht mitbekommen, weil wir nicht zu rate gezogen werden“,

sagt Landesgeologe Thomas Figl. Er hofft, dass Tirol in den nächsten Tagen von weiteren schweren Unwettern verschont bleibt. Denn vor allem heftige Gewitter mit monsunartigem Regen in kürzester Zeit zeichnen für enorme Verwüstungen verantwortlich.

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Im Gschnitztal sollen indes rasch weitere Schutzbauten errichtet werden. Ein bereits fertiggestellter Lawinendamm hat gestern bei einem Bauernhof Schlimmeres verhindert. Weitere Dämme sind in Planung und bereits in Bau, allerdings haben Muren gestern einige Bagger verschüttet. Der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Tirol, Gebhard Walter, geht davon aus, dass es in Tirol künftig vermehrt derartige Extremereignisse geben wird und will den Ausbau von Schutzdämmen daher stark forcieren.

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Der Katastrophenfonds des Landes ist für weitere Ereignisse offenbar gerüstet und gut gefüllt. Laut dem zuständigen Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler befinden sich im Katastrophentopf des Landes zwischen sieben und acht Millionen Euro. Hinzu kommen Gelder vom Bund. Bisherige Schäden könnten so gut abgedeckt werden, heißt es – auch wenn das Schadensausmaß noch nicht genau beziffert werden kann. Tirol bezahlt aus dem Fonds übrigens 40 bis 50 Prozent der Schäden – österreichweit ist es nur ein Drittel. Einmal mehr wird daher eine bundesweite Regelung gefordert. Tirol sei davon nicht abgeneigt, so Geisler.

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Nach einem für einen Außenstehenden wohl belanglosen Streit mit seinem Bruder muss sich heute ein Tiroler am Landesgericht Innsbruck vor den Geschworenen verantworten. Angeklagt ist der 28jährige Tiroler wegen versuchter Bestimmung zum Mord. Und das kam so: Der 28jährige wollte sich einen neuen Fernseher kaufen, nur fehlte ihm das Geld dafür. Kein Problem, dachte er, frag ich halt den Bruder um 1.000 Euro. Als dieser ablehnte, war für den 28jährigen laut Anklageschrift klar: der Bruder muss dafür büßen und beseitigt werden. Prompt rief er einen Bekannten an, er solle jemanden suchen, der seinen Bruder umbringt. Um Verwechslungen vorzubeugen, hat der heute Angeklagte auch ein Foto übermittelt. Da war seinem Bekannten klar: der meint es wirklich ernst und ging zur Polizei. Heute wird der Bekannte, der sich um einen Auftragsmörder umsehen sollte, als Zeuge aussagen. Ein Urteil ist am späten Abend zu erwarten.

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In Strass im Zillertal hat gestern Abend eine 59jährige Unterländer PKW-Lenkerin ein Stoppschild missachtet und ist in ein von rechts kommendes Auto einer 33jährigen Einheimischen geprallt. Das Auto der 59jährigen drehte sich und prallte in einen an der Kreuzung stehenden PKW. Die Unfalllenkerin sowie die Lenkerin des ersten Autos und deren Mann am Beifahrersitz wurden nicht verletzt. Der zwölfjährige Sohn der Einheimischen sowie die Lenkerin des dritten Autos wurden unbestimmten Grades verletzt in das BKH Schwaz gebracht.

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Ein stillgelegtes Hotel im Naherholungsgebiet am Urisee im Außerfern darf laut dem Landesverwaltungsgericht Tirol in ein Bordell umgebaut werden. Zwei Millionen Euro will die deutsche Betreiberin investieren. Das Geld soll über stille Teilhaber aufgebracht werden. Seit zwei Jahren setzt die Deutsche alle Hebel in Gang, um das alte „Hotel Urisee“ in einen Wellness-FKK-Klub umbauen zu dürfen. Durch die Änderung des Landespolizeigesetzes, das mittlerweile keine Bedarfsprüfung mehr vorsieht, scheinen die Pläne jetzt aufzugehen. Der Reuttener Bürgermeister Alois Oberer hat in der Vergangenheit bereits mehrmals angekündigt, die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichtes zu akzeptieren – egal wie sie ausgehe.

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Ab dem 4. September fährt bis Mitte November die Stubaitalbahn wegen Bauarbeiten für die Trassenverlegung über die neue Brücke bei der Sillschlucht nicht. Das macht sich auch die ASFINAG zunutze und erneuert die Ankerwand beim Westportal des Autobahntunnels Wilten. In einigen Nächten muss der Verkehr in diesem Bereich über die Brennerautobahn umgeleitet werden.

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Der Innsbrucker Stadtsenat hat gestern mit einer Gegenstimme die Unterzeichnung des Vertrages mit dem Alpenverein zur Neugestaltung der Patscherkofelbahn-Bergstation unterzeichnet. Quasi in letzter Minute hatten sich der Alpenverein und die Stadt wie berichtet geeinigt. Unter anderem sieht diese Vereinbarung eine Abschlagszahlung von insgesamt 350.000 Euro – größtenteils als Investitionszuschuss für die Umgestaltung des Schutzhaus vom ÖAV am Patscherkofel – vor. Im Gegenzug dazu verzichtet der Alpenverein wie berichtet auf angedrohte rechtliche Schritte. 100.000 Euro werden dem ÖAV bezahlt, der Rest fließt in die Neugestaltung der Terrasse und des Vorplatzes des Alpenvereinshauses.

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Nach dem Kabarettisten Roland Düringer und seiner Partei “G!lt” sammelt jetzt auch die KPÖ+ in Tirol Unterstützungserklärungen, um bei den Nationalratswahlen im Oktober antreten zu können. Bundesweit müssen 2.600 Unterschriften gesammelt werden, mindestens 200 davon inTirol. Die KPÖ tritt heuer gemeinsam mit den früheren Jungen Grünen, die sich nach Streitigkeiten wie berichtet von den Grünen abgespalten haben, an, daher auch der Name KPÖ+.

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Am Radtrail „Fleckalm” in Kirchberg ist gestern Nachmittag ein 60jähriger Radfahrer beim talwärts Fahren gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Der Oberösterreicher wurde in das Unfallkrankenhaus Salzburg geflogen.

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Ab heute bis Sonntag verwandelt sich der Vorplatz des Innsbrucker Landestheaters in ein Lesewohnzimmer. Mehr als 3.000 Bücher stellt das Leseförderprojekt „StadtLesen“ zur Verfügung und lädt zum Lesen und Lauschen, Vertiefen und Verweilen wie auch zum Reden und Relaxen ein. Den Besucher erwartet vier Tage Lesegenuss unter freiem Himmel. Mitunter ist dieses Projekt auch in Innsbruck gereift, das dieser Veranstaltung bereits zum neunten Mal eine Bühne bietet. Der Initiator dieses Leseförderprojekts, Sebastian Mettler, will damit auch die „Entphantasierung“ der Gesellschaft verhindern. Die Schirmherrschaft hat die österreichische UNESCO-Kommission übernommen.

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Und wir bleiben noch in der Landeshauptstadt: in Innsbruck werden heute Abend mit Claudio Monteverdis Oper “Il ritorno d’Ulisse in patria” die 41. Festwochen der Alten Musik offiziell eröffnet. Für die heurigen Veranstaltungen verspricht Intendant Alessandro de Marchi Stimmung wie in einem Popkonzert. Unter anderem stehen bei den heurigen Festwochen gleich vier Opern am Programm.



(für Radio U1 Tirol, Peter Marksteiner)

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