UKW FREQUENZEN
11.08.17: erneut Murenabgänge und Überschwemmungen im Wipptal und Stubaital; Kaunser Vizebürgermeister will Gemeindeoberhaupt werden & Urlauber seilt sich vom Stuibenfall ab und kann sich nicht mehr selber retten

Auch gestern Abend, heute Nacht und auch noch jetzt in der Früh sind wieder heftige Regengüsse über Tirol hinweggezogen und haben zu einigen Vermurungen geführt. Besonders betroffen ist laut bisherigen Informationen das Wipptal. In Pfons ist ein Haus von einem Hangrutsch schwer beschädigt worden. Die Brennerbundesstraße bei Mühlbachl sowie die Ellbögener Landesstraße im Bereich Mühltal mussten nach Murenabgängen gesperrt werden. Die Ellbögener Straße ist seit Mitternacht wieder frei befahrbar. Gesperrt sind zurzeit auch die Stubaitalstraße sowie die Gemeindestraße Oberbergtal ab dem Gasthof Bärenbad – hier wurde die Straße stellenweise mitgerissen. Im Stubaital ist über Nacht die Ruetz stark angestiegen, bei Krössbach hat sie sogar kurzzeitig den Pegel eines 100jährigen Hochwassers erreicht, stellenweise ist die Ruetz über die Ufer getreten, weshalb die Straße zum Gletscher sicherheitshalber gesperrt wurde.
Die Pegelstände sind in der Zwischenzeit wieder etwas zurückgegangen.

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Wir bleiben beim Thema Katastrophen und Katastrophenhilfe. Wenig verwunderlich: die Zahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren in Tirol ist in diesem Jahr gestiegen, vor allem nach Unwettern. Das bestätigt auch der Tiroler Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl:

„Es ist jetzt viele kleinere Einsätze, die uns beschäftigen. Es hat ja schon vor längerer Zeit im Oberland angefangen und jetzt hat es sich halt weiterentwickelt. Und ich glaube, es ist noch nicht so bald ein Ende zu erwarten, wenn man sich die Wetterentwicklung anschaut. Und ich glaube auch in den nächsten Jahren, dass wir besonders im Bereich Katastrophenhilfe immer wieder und immer mehr Einsätze fahren müssen.“

Auch die Zahl der Löscheinsätze der Tiroler Feuerwehren nach Bränden hat letztes Jahr zugenommen.

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In der Oberländer Gemeinde Kauns wird voraussichtlich der bisherige 31jährige Vizebürgermeister Matthias Schranz die Geschicke der Gemeinde übernehmen. Der bisherige Bürgermeister Bernhard Huter ist wie berichtet Ende Juli zurückgetreten, weil laut eigener Aussage eine Zusammenarbeit mit dem Amtsleiter nicht möglich ist. In Kauns gibt es nur eine Liste und deshalb für eine Wahl vermutlich keinen Gegenkandidaten. Die Gemeindebürger werden voraussichtlich also nicht wählen müssen. Schranz müsste vom Gemeinderat gewählt werden. Aufgrund rechtlicher Fristen wird sich das aber vermutlich bis November hinziehen.

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Am Stuibenfall im Ötztal musste gestern Nachmittag ein 28jähriger ungarischer Urlauber aus einer äußerst misslichen und gleichermaßen gefährlichen Lage befreit werden. Er hatte, um ein Foto zu machen, ein Seil um einen Baum gebunden und wollte sich dann abseilen. Er wurde allerdings vom reißenden Horlachbach mitgerissen. Aufgrund der starken Strömung und des kalten Wassers konnte er sich nicht mehr befreien, konnte aber nach einer Viertelstunde stark unterkühlt von der Bergrettung geborgen werden.

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Bei einem Arbeitsunfall in Reutte ist ein 21jähriger Arbeiter gestern Nachmittag schwer verletzt worden. Auf einer Baustelle war der Österreicher gerade mit Arbeiten am Dach beschäftigt, als er aus unbekannter Ursache mit einem Teil der angebrachten Absturzsicherung vom Dach stürzte und am Kopfsteinpflaster aufprallte. Mit schwersten Kopfverletzungen wurde der 21jährige in das Unfallklinikum Murnau in Deutschland geflogen.

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Immer häufiger versuchen Flüchtlinge aus Italien illegal auf Güterzügen nach Tirol zu kommen. Wir haben darüber berichtet. Seit dieser Woche wird verstärkt kontrolliert, auch von der Exekutive an der deutschen Grenze. Alleine im Juli und August hat die deutsche Polizei 200 Flüchtlinge auf Güterzügen entdeckt. Im Juli wurden 54 Flüchtlinge nach Tirol rücküberführt.

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Wegen schweren Raubes muss sich ein 24jähriger Mann heute Vormittag am Landesgericht Innsbruck vor den Schöffen verantworten. Ihm wird vorgeworfen, ein Spiellokal in Innsbruck ausgeraubt zu haben. Gegen 04:15 Uhr hat der 24jährige gemeinsam mit zwei Mittätern am 10. Jänner 2016 laut Anklageschrift ein Wettlokal in Innsbruck überfallen. Zunächst ist er bewaffnet und vermummt in das Lokal gekommen und hat durch eine Hintertür die zwei Mittäter ins Lokal gelassen. Dort haben die drei dann einen Angestellten und zwei Gäste mit einer Waffe bedroht und die Herausgabe von Geld gefordert. Mit mehr als 12.000 Euro sind die drei dann zunächst geflüchtet. Heute wird einem von ihnen, dem 24jährigen, der Prozess gemacht. Dem Angeklagten drohen heute bis zu 15 Jahre Haft. Am frühen Nachmittag sollte es ein Urteil geben.

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Ein Geschworenenprozess wegen versuchter Bestimmung zum Mord gestern am Landesgericht wurde auf Jänner vertagt, weil der Hauptzeuge nicht erschienen ist. Verhandelt wurde wie berichtet der angebliche Auftragsmord eines 28jährigen Syrers an seinem Bruder, da ihm dieser kein Geld für einen neuen Fernseher geben wollte. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

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Wer noch Schillinge daheim hat, kann diese ab heute wieder bequem beim Euro-Bus der Österreichischen Nationalbank umtauschen. Der Bus tourt seit 2002 im Sommer durchs Land. Seither wurden österreichweit 560 Millionen Schilling umgetauscht. Weiterhin sind aber schätzungsweise noch 8,5 Milliarden Schilling in Umlauf. Im Euro-Bus können aber nicht nur Schillinge gewechselt werden.

„Grundsätzlich ist unser Ansinnen, dass man den TirolerInnen einmal zeigen will, wie sie ganz einfach echte von gefälschten Euro-Banknoten unterscheiden können, weil da braucht man kein technisches Hilfsmittel. Das geht ganz einfach mit den Sinnesorganen, die man zur Verfügung hat, ganz unter dem Motto ‚Fühlen – Sehen – Kippen‘“,

weiß der Direktor der Österreichischen Nationalbank in Innsbruck, Armin Schneider. Otto Wagner-500er und Erwin Schrödinger-1000er können übrigens nur mehr bis Ende April 2018 umgetauscht werden. Der Euro-Bus stoppt heute vor dem Stadtforum Innsbruck. Weitere Stopps in Ihrer Nähe finden Sie im Internet.

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Und seit Anfang Juni werden österreichweit wie berichtet rund 1.000 ÖBB-Fahrkartenautomaten an den Bahnhöfen auf eine neue, intuitivere Benutzeroberfläche umgerüstet. In Tirol sind es 77 und drei Viertel davon sind bereits umgerüstet, wie eine Zwischenbilanz zeigt.

„Der Vorteil ist ganz einfach gesagt es bedeutet einfacher Bahnfahren. Wir haben dann eine einheitliche Benutzeroberfläche, egal ob am Automaten, am Smartphone, von Hause aus am PC oder eben am Ticketschalter – es sieht immer gleich aus. Man kann zusammenfassend eines sagen: dieser neue Ticketautomat bringt mehr Funktionen, mehr Informationen und mehr Stationen“,

sagt ÖBB-Regionalmanager René Zumtobel. Am 23. August soll die Umstellung spätestens abgeschlossen sein.



(für Radio U1 Tirol, Peter Marksteiner)

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