UKW FREQUENZEN
06.12.17: Transit-Gipfel bringt keine Einigung zwischen Tirol und Bayern; Nicola Werdenigg wurde vier Stunden lang verhört & Pole beißt Polizisten bei Festnahme in Pfunds

Der Transit-Gipfel zwischen Landeshauptmann Günther Platter und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann gestern Nachmittag in Kufstein hat offenbar wenig gebracht. Platter beharrt weiterhin auf die LKW-Blockabfertigungen bei Kufstein, Herrmann hält davon reichlich wenig und hält die Bockabfertigungen für die komplett falsche Maßnahme. Das nächste Mal werden schon am kommenden Samstag nicht mehr als 250 bis 300 LKW stündlich bei Kufstein/Kiefersfelden nach Tirol gelassen. Ein weiteres Mal zwei Tage später, am Montag den 11. Dezember. Immerhin hat sich Herrmann gestern für eine verstärkte bayerische Strategie bekannt, Waren auf die Schiene zu verlagern und die Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel in Bayern voranzutreiben. Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe hofft indes auf mehr Unterstützung vom Bund.

„Um die EU von einer LKW-Obergrenze zu überzeugen, braucht es mehr Unterstützung der österreichischen Bundesregierung”,

so Felipe.

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Nicht weniger als vier Stunden lang wurde die 59jährige Ex-Schirennläuferin Nicola Werdenigg gestern von der Staatsanwaltschaft und Beamten des Landeskriminalamtes zu ihren Vorwürfen der sexuellen Übergriffe seinerzeit im heimischen Nachwuchssport befragt. Werdenigg zeigt sich danach erleichtert, über alle ihre Beobachtungen und Erlebnisse damals offen sprechen haben zu können. Unter anderem wurde über Werdeniggs Vorfälle, die sie vor rund zwei Wochen der Tageszeitung Standard geschildert hat, aber auch über einen Vorfall im Jahr 2005 sowie das Pastern am Schigymnasium Stams gesprochen. Auch der Tiroler Skiverband hat sich gestern in einer Sitzung mit den Missbrauchsvorwürfen beschäftigt. Mit dem Ergebnis: es steckt kein System dahinter. Zur Aufklärung vertraut der TSV auf die vom Land eingesetzte unabhängige Expertenkommission.

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Im Wellnessbereich eines Hotels in Leutasch ist gestern Nachmittag Chlorgas ausgetreten. Der Wellnessbereich wurde gesperrt und von den Freiwilligen Feuerwehren Leutasch und Telfs gereinigt. Rund drei Stunden später wurde der Bereich wieder freigegeben. Vermutlich ist beim Hantieren mit Chlorgaspulver ebendieses mit einer Flüssigkeit in Verbindung gekommen, woraufhin sich das Gas gebildet hat. Verletzt wurde niemand.

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Beim M-Preis-Markt in Pfunds hat sich gestern ein 28jähriger Pole bei Geschäftsschluss einsperren lassen, um dort offenbar Vorbereitungen für einen Einbruch zu treffen. Die Alarmanlage hat die Polizei auf den Plan gerufen. Diese hat den Polen unter heftiger Gegenwehr festgenommen. Einem Polizisten hat der Mann in den linken Unterarm gebissen und ihn so unbestimmten Grades verletzt. Der renitente Pole wird angezeigt.

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Die Finanzpolizei für Tirol und Vorarlberg bekommt offenbar einen neuen Chef. Wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, wird der langjährige Leiter, Thomas Wörgötter, zunächst für zwei Jahre – ohne Bezüge – karenziert. Zusammenhänge damit, dass Wörgötter seit geraumer Zeit Prokurist bei der einflussreichen Unternehmensgruppe Pletzer ist, dementiert das Finanzministerium. Was bleibt ist eine schiefe Optik. Die TT will auch eine Anzeige eines Mitarbeiters der Finanzpolizei West gegen Wörgötter wegen Mobbings in Erfahrung gebracht haben. Auch dazu gibt es keine Stellungnahme.

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Ganz nach bundesweitem Vorbild schlägt Tirols ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf auch einen Nulllohnrunde für Politiker in Tirol vor. Einen entsprechenden Vorschlag dazu, dass nächstes Jahr alle Regierungsmitglieder und Landtagsabgeordneten auf die ihnen gesetzlich zustehende Lohnerhöhung verzichten, hat Wolf bereits allen betroffenen übermittelt. Schon im Dezemberlandtag könnte die Nulllohnrunde beschlossen werden.

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Jubel herrscht bei Tirols Gemüsebauern. Heuer ist in Tirol nämlich um drei Prozent mehr Gemüse geerntet worden als noch letztes Jahr. Nicht unerwähnt sollte an dieser Stelle auch die Tatsache sein, dass in Tirol heuer österreichweit die meisten Radieschen, sowie am meisten Lauch und Fenchel angebaut worden ist.

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Am Innsbrucker Landesgericht müssen sich heute sechs ehemalige Strafgefangene vor den Geschworenen verantworten. Gegen die sechs Männer aus Tschetschenien bzw. Georgen wird heute der Prozess vom April dieses Jahres fortgesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, im September letzten Jahres im Innenhof der Innsbrucker Justizanstalt mit Metallstangen auf marokkanische Gefangenen losgegangen zu sein. Die Häftlinge sollen zu sechst auf ihre Mithäftlinge eingeschlagen und eingetreten haben. Den Männern drohen heute bis zu zehn Jahre Haft.

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Auch eine 57-jährige Tirolerin muss sich heute am Innsbrucker Landesgericht verantworten und zwar wegen Untreue und Vernachlässigung. Der 57-Jährigen wird vorgeworfen, den gebrechlichen und wehrlosen Mann, den sie gepflegt hat, vernachlässigt zu haben. Außerdem soll sie Monat für Monat rund 600 Euro aus seinem Einkommen abgezweigt, und für sich behalten haben. Der Tirolerin drohen im Falle einer Verurteilung bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe.

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Das umfangreiche Redaktionsarchiv der Kulturzeitschrift „das Fenster“ wurde gestern als Schenkung an die Universität Innsbruck übergeben. Die Schenkung beinhaltet unter anderem zahlreiche Manuskripte, Korrespondenzen, Fotos und diverse Materialen. Die Leiterin des Brenner-Archivs, Ulrike Tanzer zeigt sich überaus erfreut, zumal die Qualität der Zeitschrift nicht nur im hohen Niveau der Beiträge, sondern auch in der graphischen Gestaltung wie auch den künstlerisch herausragenden Fotografien eine Besonderheit war und ist. Auch hat „das Fenster“ mit seinem kritischen Geist maßgeblich geprägt und war vor allem für junge Literaten und Künstler eine wichtige Plattform. „das fenster“ ist von 1967-2001 halbjährlich in 35 Jahrgängen und 67 Ausgaben erschienen.

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Und auf der Inntalautobahn bei Radfeld ist gestern um kurz vor Mittag eine 29jährige Italienerin mit ihrem PKW rechts über die Fahrbahn hinausgeraten und gegen einen Leitpflock sowie einen Laternenmasten geprallt. Das Auto ist umgekippt und quer auf der Ausfahrtsspur der Kontrollstelle Radfeld liegen geblieben. Die Lenkerin wurde in das BKH Kufstein gebracht, wo festgestellt wurde, dass sie be idem Unfall unverletzt geblieben ist.



(für Radio U1 Tirol, Peter Marksteiner)

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